Abenteuer Arbeit

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Wie schnell die Zeit vergeht fällt mir auf, wenn ich mich an die vielen Dinge erinnere, die ich hier schon erlebt habe. Nach einer erholsamen Zeit in Noosa, einer abenteuerreichen Zeit auf der Tainingsfarm und einer spannenden Zeit im Outback neigt sich auch die Zeit auf der Rennpferdefarm dem Ende zu. In zwei Wochen werde ich den Ort verlassen, der für drei Monate mein Zuhause war.

Während manche Leute einen Fallschirmsprung machen um einen Adrenalinkick zu bekommen, kann ich empfehlen einen Stall voller hungriger Rennpferde zu füttern, energiegeladene Pferdebabys zu wiegen oder bei einem Duzend frühstückender Pferde Fiber zu messen. Jeden Morgen stellen wir sicher, dass sich die interne Temperatur der Tiere im gesunden Bereich befindet. Dazu wird einfach der Schweif angehoben und ein herkömmliches Thermometer  in den Po gesteckt.
Das Füttern stellt man sich sicherlich etwas einfacher vor, als es tatsächlich ist. Wenn die Pferde voller Freude aufs Frühstück ihre Futterschale in der Box rumschleudern, so dass man erstmal an dem aufgeregten Pferd vorbei, einmal quer durch die Box laufen muss, wird manchmal auch die einfachste Aufgabe zu einem Abenteuer. Rennpferde sind größtenteils das komplette Gegenteil zu verschmusten Reitponys. Jedes Pferd bekommt sein persönliches Futter zusammengestellt und hat seinen eigenen Trainingsplan. Während die fitten Tiere fast täglich um die Rennbahn pesen, kurieren sich Verletzte und Kranke auf den Paddocks aus oder werden im Aquasizer schonend trainiert.

Nach dem Reiten wird jedes Pferd gewaschen, was die Einen mehr und die Anderen weniger genießen. Man trifft auf wirklich unterschiedliche Persönlichkeiten unter den Vierbeinern.

Sebring Sally: liebt es gewaschen zu werden, am besten mit dem Wasserstahl direkt ins Gesicht und gerne auch ins Maul…

Devine Rebel: hat großen Spaß daran, jedem der ihm zu nahe kommt seine Zähne in den Körper zu rammen. Manchmal reicht es schon nur an der Box vorbeizugehen um einen Biss in die Schulter einzukassieren.

Cosmic Engine: öffnet gerne seine Tür um einen Ausflug durch den Stall, wenn möglich in den Futterraum zu unternehmen.

Chaussure: hat einen sehr ausgeprägten Überbiss, was ihm einen ziemlich lustigen Gesichtsausdruck verleiht.

Princess Emmy: wird seit einigen Monaten nicht geritten und lässt den Dampf daher gerne auf dem Weg in den Aquasizer mit ein paar wilden Sprüngen ab.

Auch wenn ich es wahrscheinlich nicht vermissen werde, jeden Morgen um 4:15 aufzustehen und um 20:30 müde ins Bett zu fallen, habe ich hier wirklich viele tolle Erinnerungen gesammelt. Neben der Arbeit haben wir auch in unserer Freizeit viel Spaß bei Filmabenden, beim gemeinsamen BBQ, bei Ausflügen ins Kino, nach Sydney oder ins Shopping-Center.

Bademeisterin war auch einer meiner Jobs ;)