Einem wurde klar, was Farmarbeit bedeutet

Programm: 
Bezahlte Rancharbeit Australien, Start in Brisbane Oktober 2015
Ranchwork Cutting

Guten Tag, ich bin momentan in einem Hostel in Mackay, da die Arbeit erst morgen beginnt. Ich kann sagen, dass ich durch das Programm von Interswop schon so viel Erfahrungen gesammelt habe und einiges erlebt habe.

Ich fange mal von vorne an:
Nach dem Flug von Hamburg nach Brisbane checkte ich mit meinem Bruder im Hostel in Brisbane für eine Nacht ein. Aufgrund unserer Verfassung nach dem Flug sahen wir von Brisbane nicht viel, was wir aber vorm Abflug nachholen wollen.
Der Transfer vom Flughafen zum Hostel in Noosa verlief ohne Probleme und wir lernten schon die ersten Leute kennen.
Im der Lodge in Noosa hatten wir dann eine sehr schöne Zeit, denn Noosa ist wirklich ein toller Ort, wo man einiges erleben kann (Strand, Surfen, Nationalpark etc.). Zudem waren die ganzen Leute sehr freundlich und man unternahm etwas zusammen. Dadurch, dass viele Deutsche zusammen waren, wurde natürlich Deutsch gesprochen, was für die anderen vielleicht nicht so schön war. Spätestens auf der Trainingsfarm wurde dies aber eingestellt, da wir dort nur Englisch gesprochen haben.
Wenn man sich unterhält spricht man auch über die Organisation und wie das gelaufen ist bzw. was man bezahlt hat. Letztendlich ist mir das Geld nicht so wichtig, denn wir haben viel auf der Farm erlebt und eine schöne Zeit mit viel Spaß in Noosa gehabt.

Als wir am Montag auf der Trainingsfarm ankamen, ging das richtige Programm los. Ich wurde zunächst ein wenig enttäuscht, denn für 7 Mädchen, meinen Bruder und mich ging es auf eine andere, zweite Tranings-Farm. Da ich zunächst Pferdefarm hörte, fragte ich mich, wieso denn Pferdefarm obwohl ich noch nie was mit Pferden gemacht habe!? Schnell stellte sich aber für mich heraus, das es genau das richtige war.

Dadurch, dass es eine richtige Farm ist, musste die Arbeit erledigt werden und wir hatten ordentlich was zu tun. Einem wurde klar, was Farmarbeit bedeutet. Gleich am ersten Tag wurde es richtig schwere Arbeit (blieb auch der härteste Job), denn früh morgens ging es los ins Outback. Hier durften mein Bruder und ich zunächst einen Zaun reparieren und die Mädchen ritten auf Pferden und trieben die Herden zusammen. Nach dem Lunch halfen wir beim Mustering mit und später wurden wir Unerfahrenen aufs Pferd gesetzt und mit zum Eintreiben genommen. Es war harte Arbeit, hat aber sehr viel Spaß gemacht.

In diesen Tagen auf der Trainingsfarm wurde mir einiges deutlich gezeigt: die Australier sind sehr nett und hilfsbereit, es wird alles nicht so eng gesehen wie in Deutschland (wobei manchmal die Sicherheit nicht außer acht gelassen werden darf!) und Farmarbeit ist richtig anstrengend (ich habe das Gefühl auf dieser Farm wurde uns mehr das echte Leben gezeigt, sodass der Schock bereits am ersten Tag da war und wir uns langsam dran gewöhnten.

Von der Trainings-Farm habe ich das Gefühl, dass es eher wie Unterricht abläuft und lockerer ist, was zwar auch seine Vorteile aber auch Nachteile hat. Wir von Jaylyns Pferdefarm hatten bereits nach dem ersten Tag Verletzungen und Schmerzen am Körper (einige mehr und andere weniger). Das hört sich vielleicht extrem an, war bei den meisten jedoch nicht so schlimm, halt grundlegende Dinge die durch Arbeit kommen, wie zum Beispiel Muskelkater, kleine Wunden oder blaue Flecken...

Insgesamt war es eine tolle Woche mit großartigen Erfahrungen und auch einer sehr netten Familie auf der Farm.

Mit den Jobs habe ich es mir ein wenig anders vorgestellt. Leider gab es für uns Jungs auf der Pferdefarm nur jeweils ein Angebot für Fencing. Da nichts anderes kam, habe ich jetzt diesen Job angenommen, wobei ich mich eher für andere Sachen interessiert hätte. Generell fand ich war es eher so, dass Farmer jemanden gesucht haben zum Arbeiten und das Angebot dann auf den Tisch gelegt wurde und wer Interesse hatte konnte sich darauf melden. (Dies ist mein Eindruck von der Jobvermittlung. Es gab natürlich auch personengebundene Angebote beziehungsweise welche wo zwei oder drei direkt drauf angesprochen wurden.) Mein Bruder hat aufgrund eines unguten Gefühls seinen Fencingjob abgelehnt und Glück gehabt, dass bei meiner Farm jemand für Teaching benötigt wird, sodass wir nun zusammen arbeiten.

Ich denke, generell ist es richtig gut mit Interswop nach Australien zum Arbeiten (und Reisen) zu kommen, denn man hat eine Jobgarantie (wenn auch nicht der Lieblingsjob) und man kommt an Jobs ran, die man selbst wahrscheinlich eher nicht findet. Hierdurch erhoffe ich mir viele neue Erfahrungen im alltäglichen Leben auf einer Farm.

Ich muss 5 Tage die Woche arbeiten, etwa von 7 bis 17 Uhr und erhalte dafür 393$ die Woche. Unterkunft ist kostenlos und das Essen wird bezahlt, muss aber von uns selbst zubereitet werden. Steuern werden von den Arbeitgebern extra gezahlt, sodass der Betrag von 393$ netto ist. Ich hoffe das wird jetzt auch alles so wie geplant und gehofft ablaufen.

Nach der Trainingsfarm ging es für uns mit dem Bus nach Mackay. Bei meinem Bruder wurde der Bus statt am Samstag auf den Sonntag gebucht, weshalb wir noch Glück hatten, dass der Busfahrer ihn am Samtag mitgenommen hat. Fehler sind menschlich, jedoch ist es ärgerlich wenn auf der Zusammenfassung für die Reise zum Job alles richtig steht und das Ticket falsch ausgestellt ist. Wir haben zwar drüber geschaut, jedoch fällt es in dem Moment nicht auf, denn alles geht relativ schnell und man ist voller Vorfreude auf die kommende Zeit.
Wir verbrachten zwei Tage in Mackay und noch drei in Airlie Beach mit einem Besuch der Whitsundays Islands, bevor es heute zurück ging.
Morgen früh holt uns die Arbeitgeberin hier aus Mackay ab und wir fahren zur Farm.

Ich freue mich drauf und stehe für weitere Fragen während bzw. nach dem Job gerne zur Verfügung.

Viele Grüße aus Australien

Niklas
 

Ranchstaynee in Australia
Niklas B. (18) aus Bad Beversen