In Córdoba gibt es viele Studenten, ein ausgeprägtes Partyleben und immer etwas zu tun.

Programm: 
Freiwilligenarbeit Reittherapie mit Spanischkurs in Argentinien, März 2012
Kleiner Junge auf Reittherapie-Pferd

Ich habe zwei wunderbare Monate in Argentinien verbracht. Die zweitgrößte Universität des Landes befindet sich in Córdoba, weswegen es dort sehr viele Studenten, ein ausgeprägtes Partyleben und immer etwas zu tun gibt. Durch die Innenstadt  schlendern, den wöchentlichen großen Kunsthandwerksmarkt besuchen, mit Freunden tanzen gehen oder in die Umgebung fahren, um im Fluss zu schwimmen - man kann sich bei so vielem amüsieren.

Mein Sprachkurs im ersten Monat war wirklich ausgezeichnet. Unsere Sprachlehrer waren nur wenig älter als wir, konnten uns neben Grammatik und Vokabeln also auch viel über die Kultur, das Studentenleben und die potentielle Ausflugsziele erzählen. Wir haben sogar außerhalb der Sprachschule etwas mit ihnen unternommen und uns angefreundet.

Ich bin angereist und konnte nicht mehr als "Hola! Qué tal?" sagen, aber durch das Engagement unserer Lehrer und der Tatsache, dass mein Kurs nur aus zwei Teilnehmern bestand, habe ich sehr schnell Spanisch gelernt.

Der Weg zu meiner Praktikumsstelle bei der Equinoterapia war leider sehr lang und wurde mir nicht  wirklich vom zuständigen Betreuer gezeigt. Er hat mich einmal mit dem Auto hingefahren, aber ich musste alleine rausfinden, wo und wie mein Bus fuhr, was sehr schwierig war. Die Arbeit im Projekt hat Spaß gemacht. Manchmal gab es nicht genug zu tun, weil wir sehr viele Praktikantinnen waren und teilweise pro Tag nur zwei, drei Kinder gekommen sind. Durch die vielen anderen deutschsprachigen Mädels, die gleichzeitig da waren, habe ich in der Praktikumszeit leider nicht sehr viel Spanisch geübt.

In meiner Unterkunft haben aber zum Glück Deutsche und Argentinier gelebt. Dadurch konnten wir einfach Kontakt zu Einheimischen herstellen und zu Hause Spanisch üben.

Leider war es im Haus oft nicht sehr sauber. Da die Deutschen dort nur einige Monate verbracht haben, hat sich kein sehr großes Heimatgefühl eingestellt und damit auch nicht das Bedürfnis mal zu wischen oder so. Ich denke, dass für das Geld, das wir bezahlt haben, ruhig eine Reinigungskraft eingestellt werden könnte, die einmal die Woche wenigstens grundlegend sauber macht.

Alles in allem war es aber eine sehr schöne Zeit, die viel zu schnell vergangen ist. Ich habe mich wirklich in die Stadt Cordoba verliebt und hoffe, dass ich irgendwann mal dorthin zurückkehren werde.

Ich war 19 während meines Aufenthalts im Frühling 2012 in Argentinien.

 

*Anmerkungen der Redaktion:

Alle Reittherapie-Anlagen befinden sich ausserhalb der Stadt in Vororten. Córdoba ist eine grosse Stadt und man muss 2 Busse nehmen. Daher dauert die Anfahrt ca. eine Stunde. Am ersten Tag wird man zum Reittherapie-Projekt gebracht und es wird einem die Bushaltestelle gezeigt und die Busverbindung genannt. Mittlerweile gibt es sogar eine Handy-App mit Busverbindungen in Córdoba und es ist eigentlich recht einfach, sich zurecht zu finden.

Die Sauberkeit in den Unterkunftshäusern ist wie in jeder WG ein Dauerproblem und hängt ausschliesslich von den Bewohnern ab. Die Unterkunft ist sehr günstig und in Argentinien ist es sehr teuer, eine Reinigungskraft anzustellen. Es ist kein Hotelbetrieb und für die allermeisten jungen Teilnehmer ist der Preis des Programms wichtiger als der Komfort.

Freiwillige Joanna
Joanna B. (19) aus Schwedt/Oder